Auch heuer gab es zur Freude aller Beteiligten wieder einen Talentförderkurs aus der mathematischen Ecke, geleitet von Herrn Professor Sauerwein mit dem ansprechenden Titel „CSI: BORG“, wo wir das Thema des Scannens und Abgleichens von Fingerabdrücken behandelten. Zuerst gingen wir manuell an die Sache heran, wir bekamen (Muster-)Beispiele von Abdrücken, bei denen wir herausfinden sollten, an welchen Merkmalen wir sie mit anderen vergleichen könnten. Schnell fiel auf, dass alle Abdrücke sich in einigen Auffälligkeiten glichen: Das bedeutendste Merkmal war das Zentrum der Linien, der sogenannte „Core“, daneben gab es noch eine Art Dreieckspunkt, der „Minor Core“. Ansonsten tauchen auf einem Abdruck überall gewisse Stellen auf, an denen sich Linien entweder teilen oder wo sie zusammenlaufen; weiters können noch natürliche Fehler durch Verletzungen etc. auftreten, wo eine Linie quasi ein „Loch“ hat. Wie kann man jetzt aber diese „Minutien“ mit denjenigen anderer Abdrücke vergleichen? Es lag auf der Hand, dass wir diese Stellen im Vergleich mit dem „Core“ zu betrachten hatten, um standardisierte Werte zu bekommen.

Im weiteren Verlauf des Kurses lernten wir dazu noch mathematische Grundlagen, die für die Vergleichsberechnungen benötigt sind, nämlich die Definitionen von Vektoren, Metriken und Abständen, die ganz und gar nicht so sind, wie man sie sich normalerweise vorstellt. Denn was fängt ein Taxifahrer mit einer Abstandsangabe von „Luftlinie 500m“ an? Auf jeden Fall bekamen wir zu Metriken und Vektoren grundlegende Axiome vorgelegt, aus denen wir weitere Sätze zu schließen hatten. Mit diesen Beweisverfahren beschäftigten wir uns eine Weile, und anschließend stellten wir manuelle Algorithmen auf, sogenannte Ablaufdiagramme, mit denen man nun mehrere Fingerabdrücke miteinander vergleichen können sollte.

Der wohl interessanteste Aspekt am ganzen Kurs war unsere Exkursion zur Polizei, wo wir von einem Spezialisten der Spurensicherung erklärt bekamen, wie in der Realität Fingerabdrücke abgenommen werden und mit ihnen umgegangen wird. Wir erfuhren von Hilfsmitteln, die verwendet werden, wie z.B. die Feder eines speziellen Vogels, des „Marabu“, mit dem man mit Eisenfeilspänen Abdrücke sehr praktisch sichtbar machen kann. Ansonsten lernten wir noch, wie mit den Datenbanken verfahren wird, wann und wie Abdrücke dort eingeschickt bzw. hochgeladen werden, und wie oft Täter dadurch überführt werden können. Erwähnt werden muss hier definitiv noch, dass auch in manchen Fällen Zehenabdrücke (!) abgenommen werden, wenn im häuslichen Umfeld Verbrechen geschehen.

Es bleibt wohl nur zu hoffen, dass auch in Zukunft noch weitere spannende Kurse geführt werden, die Interessierten die Welt der Mathematik näher bringt!

~ Donnermair Maximilian